Radsport - Hallenradsport Kunstradfahren mit dem Kunstrad

Kunstradfahren ist ein Hallenradsport, der sehr viel mit Ästhetik zu tun hat.

Er ist mit Kunstturnen oder Eiskunstlauf vergleichbar, erfordert viel Gefühl, 

eine perfekte Koordination des ganzen Körpers und einen sehr guten Gleichgewichtssinn.

Anmut, Eleganz und Kraft beschreiben das Kunstradfahren wohl am treffendsten.

Beim Kunstradfahren werden verschiedene Halteübungen, Gleichgewichtsübungen, 

sowie Übungen für Kraft und Sprünge ausgeführt. Dem Vorderrad, Hinterrad, Lenker und 

dem Sattel kommen dabei besondere Bedeutungen zu, denn sie werden mit verschieden 

turnerischen und kunstvollen Elementen eingesetzt.

Kunstradfahren ist ein noch unbekannter Hallenradsport und wird meistens in Sporthallen 

auf einem speziellen Kunstrad, auch "Saalmaschine" genannt, ausgeübt. 

Es gibt beim K u n s t r a d f a h r e n verschiedene Disziplinen:

-    1 e r     K u n s t r a d

-    2 e r     K u n s t r a d

-  4 e r     K u n s t r a d
-  6 e r     K u n s t r a d

-  4 e r     E i n r a d f a h r e n
-  6 e r     E i n r a d f a h r e n

Natürlich werden alle Disziplinen sowohl für Frauen, wie auch für Männer angeboten, wie auch in der offenen Klasse z.B. 2er, gemischt.

Je nach Alter wird man einer bestimmten Gruppe zugeordnet, die jüngsten Sportler gehören den Schülerinnen und Schülern an, die etwas älteren Sportler zählt man zu den Juniorinnen und Junioren und ab dem 18.Lebensjahr gehört man der Elite der Kunstradfahrer an.

Das Kunstrad, „Saalmaschine“, Hallenrad oder auch „Kunstfahrmaschine“

Bei allen Disziplinen des Kunstradfahrens werden die Übungen auf einem speziellen Kunstrad ausgeführt, welches speziell dafür konstruiert worden ist. Das Hallenrad, die "Saalmaschine", oder auch "Kunstfahrmaschine" genannt, ist nur mit dem nötigsten ausgerüstet und hat keine Bremse, Schaltung oder Lichter. Es ist mit Spezialreifen ausgestattet, die besonders guten Halt und Gripp auf Holz-, Parkett- oder PVC-Böden bieten. Der Lenker an dem Kunstrad ist so geformt, dass sich der Kunstradfahrer dort aufstützen, aufstellen oder aufsetzen kann. Profis haben einen speziell für sich angefertigten Lenker, welcher sich um 360° drehen und einstellen lässt. Die Griffe laufen dabei parallel zum Boden. Der Sattel (maximal 30 x 22 cm groß) ist besonders rutschfest und am Ende erhöht. Die "Saalmaschine" hat keine Schaltung und eine 1:1 Übersetzung. Damit lässt sich das Kunstrad äußerst präzise vorwärts aber auch rückwärts bewegen. Durch diese einfache Übersetzung läuft das Kunstrad, auch ohne treten in die Pedale, mit dem vorhandenen Schwung weiter. Das ist wichtig, damit der Sportler während der Fahrt verschiedene Übungen machen kann. Zusätzlich sind an den Achsen der Räder beidseitig Dornen (Auftritte) angebracht. Damit lassen sich zusätzliche Übungen im Einer- und Zweier-Kunstradfahren ausführen. Beim Mannschaftsfahren fährt man entweder im Niederrad, d.h. in normaler Sitzposition oder im Steiger, d.h. auf dem Hinterrad. Je nach Können wird vorwärts oder rückwärts gefahren.Im Einer und Zweier dagegen gibt es verschiedene Möglichkeiten sich auf dem Rad zu bewegen. So zeigen zum Beispiel Kunstradfahrer der Eliteklasse, Pirouetten, Sattelstände, Hand- oder Kopfstände und seit Neuestem sogar den Sprung vom Sattel - zum Lenkerstand !

Im Zweier kommen noch die Trageübungen hinzu. Hier sitzt oder steht einer der Sportler auf den Schultern des anderen, während dieser beispielsweise Pirouetten fährt.

Kunstradfahren ist eine Wettbewerbs-Sportart

Kunstradfahren ist von der Bezirksebene ab organisiert. Die Mannschaften messen sich in den Reigendisziplinen bis zur Bundesebene in der Deutschen Meisterschaft. In den verschiedenen Disziplinen werden Europameister ermittelt und 

in der Kunstrad WM mit dem Weltmeistertitel gekürt.
Im Wettkampf muss der Sportler vorher festgelegte Übungen, auch Bilder genannt, in einer bestimmten Zeit ausführen. 

Für die Ausübung dieser Kür haben die Sportler im Wettkampf exakt 5 Minuten Zeit, alles was darüber hinaus gezeigt wird, 

geht nicht in die Wertung ein ! Die Kür wird vor dem Wettkampf bei der Wettkampfleitung und den Kampfrichtern eingereicht. 

Im Wettkampf selber gilt es dann, die verschiedenen Bilder und Übungen möglichst fehlerfrei vorzuführen. 

Ähnlich wie beim Eiskunstlauf oder Bodenturnen bewerten die Kampfrichter (Ansager, Schreiber) die Darbietung mit Punkten. 

Im Kunstradsport gibt es keine gesondert ausgewiesene B-Note, es wird aber neben dem Schwierigkeitsgrad der Bilder.

Einer-Kunstradfahren

Wie der Name schon sagt, wird beim Einer-Kunstradfahren das Kunstrad von einem Sportler bewegt. 

Dabei werden verschiedene Übungen und Bilder ausgeführt: einfache Grundelemente wie z.B. der Stillstand oder Rückwärtsfahren, statische Stände, turnerische Elemente, Steiger (dabei wird nur auf dem Hinterrad gefahren), Sprünge oder Rotationen.
Die Junioren- und Elitefahrer haben für eine Kür 5 Minuten Zeit und dürfen beim Einer Kunstradfahren bis zu 30 Übungen (Bilder) zeigen.

Zweier-Kunstradfahren

Beim Zweier-Kunstradfahren ist die Kür in zwei Teile aufgeteilt.

Im ersten Teil fahren 2 Sportler auf 2 Rädern und zeigen Übungen, wie sie auch beim Einer-Kunstradfahren präsentiert werden. 

Dabei werden auch einige Übungen synchron vorgeführt. Im zweiten Teil der Kür fahren beide Sportler auf einem Kunstrad  

und es werden zusammen verschiedene Figuren ausgeführt.

 

Hallenradsport Kunstradfahren - Mädchen auf einem Einer Kunstrad bei einer ÜbungVierer- und Sechser-Kunstradfahren

Bei diesen Disziplinen benutzt jeder Sportler sein eigenes Kunstrad. Beim Vierer- und Sechser-Kunstradfahren ist es das Ziel, die Figuren möglichst synchron zu fahren. Die Junioren und Elitefahrer haben bei Wettkämpfen 5 Minuten Zeit, 25 Figuren oder Übungen zu präsentieren.

 

Da Kunstradfahren viel mit Eleganz und Anmut zu tun hat, 

werden die Darbietungen oft mit passender Musik unterlegt. 

Es gibt ca. 300 verschiedene Übungen und Bilder. Früh übt sich. 

Wie in jeder anderen Sportart gilt, je früher man mit dem Sport beginnt, 

desto besser und sicherer wird man. Sobald Kinder sicher Fahrradfahren  

(etwa in einem Alter von 5 Jahren), können sie mit dem Kunstradfahren beginnen. 

Aber auch Erwachsene mittleren und hohen Alters können noch mit dem Kunstradfahren anfangen. Sport und Bewegung tut der Gesundheit gut und es werden dabei Ausdauer, Kraft, Geschicklichkeit und Kondition trainiert. Kunstradfahren ist ein schöner Hallenradsport und für jedes Alter geeignet.
In Deutschland gibt es viele Radsportvereine bei denen man sich anmelden, gemeinsam trainieren und üben kann.

 

Mehr zu diesem Thema findet sich u.a. z.B. bei Wikipedia.

 

 Wer Genaueres erfahren möchte dem sei die folgende Facharbeit von Markus Pscherer empfohlen.

F A C H A R B E I T 
aus dem Fach 

Sport

Der Kunstradsport

und seine Trainingsmöglichkeiten

Letzte Aktualisierung: November 2010

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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