Das Kunstrad, „Saalmaschine“, Hallenrad
oder auch „Kunstfahrmaschine“

Bei allen Disziplinen des Kunstradfahrens werden die Übungen auf einem speziellen Kunstrad ausgeführt, welches speziell dafür konstruiert worden ist.

Das Hallenrad, die "Saalmaschine", oder auch "Kunstfahrmaschine" genannt, ist nur mit dem nötigsten ausgerüstet und hat keine Bremse, Schaltung oder Lichter. Es ist mit Spezialreifen ausgestattet, die besonders guten Halt und Gripp auf Holz-, Parkett- oder PVC-Böden bieten. Der Lenker an dem Kunstrad ist so geformt, dass sich der Kunstradfahrer dort aufstützen, aufstellen oder aufsetzen kann. Profis haben einen speziell für sich angefertigten Lenker, welcher sich um 360° drehen und einstellen lässt. Die Griffe laufen dabei parallel zum Boden. Der Sattel (maximal 30 x 22 cm groß) ist besonders rutschfest und am Ende erhöht.

Die "Saalmaschine" hat keine Schaltung und eine 1:1 Übersetzung. Damit lässt sich das Kunstrad äußerst präzise vorwärts aber auch rückwärts bewegen. Durch diese einfache Übersetzung läuft das Kunstrad, auch ohne treten in die Pedale, mit dem vorhandenen Schwung weiter. Das ist wichtig, damit der Sportler während der Fahrt verschiedene Übungen machen kann. Zusätzlich sind an den Achsen der Räder beidseitig Dornen (Auftritte) angebracht. Damit lassen sich zusätzliche Übungen im 1er- und 2er-Kunstradfahren ausführen.

Beim Mannschaftsfahren fährt man entweder im Niederrad, d.h. in normaler Sitzposition oder im Steiger, d.h. auf dem Hinterrad. Je nach Können wird vorwärts oder rückwärts gefahren.

Im 1er und 2er dagegen gibt es verschiedene Möglichkeiten sich auf dem Rad zu bewegen. So zeigen zum Beispiel Kunstradfahrer der Eliteklasse, Pirouetten, Sattelstände, Hand- oder Kopfstände und seit Neuestem sogar den Sprung vom Sattel - zum Lenkerstand!

Im Zweier kommen noch die Trageübungen hinzu. Hier sitzt oder steht einer der Sportler auf den Schultern des anderen, während dieser beispielsweise Pirouetten fährt.