Besonderheiten des Kunstrades

 
  • Das Wichtigste bei einem Kunstrad ist, dass es eine Übersetzung von 1:1 hat. Dadurch wird ein Kippen des Rades, z.B. bei einem Lenkerstand nach vorne oder bei einem Sattelstand nach hinten, vermieden, außerdem kann man damit vorwärts und rückwärts fahren!
  • Bremse, Klingel, Lampen, Schutzbleche, sowie Gangschaltung sind natürlich nicht vorhanden, ganz einfach, weil man das alles nicht braucht. Schließlich soll man sich auf dem Rad bewegen können. Bremsen sind auch deshalb unnötig, da die Fahrfläche ebenerdig, ohne Gefälle, ist.
  • Der Rahmen, der genau wie bei einem Herrenrad, eine mittlere Stange hat, dient als Hilfe.
  • Genau wie die sogenannten „Dornen“ vorne und hinten an der Nabe der Räder. Diese sind ca.2-3 cm lang damit der Sportler darauf stehen kann.
  • Wußten Sie übrigens, dass so ein Reifen bis zu 14 bar beinhaltet? Durch die Masse der Luft in den Reifen kann der Sportler sein Fahren beeinflussen, denn je mehr Luft er pumpt, desto besser klappen zum Beispiel die Drehungen (vorwärts bzw. rückwärts) auf einem Punkt.
  • Der Lenker ist so gebogen, dass die Griffe dem Sportler ermöglichen, darauf zu stehen oder einen Handstand zu machen.
  • Auch der Sattel hat eine spezielle Form. Er ist breiter und hinten so hoch gezogen, dass man ohne Weiteres auf ihm stehen kann.
  • Die Kette besitzt keinen Kettenschutz, da diese, wie fast alles an einem Kunstrad, ebenfalls als Hilfestellung dient. So muß der Sportler sich bei manchen Übungen auf die Kette stellen. Ein Kettenschutz würde da nur stören.

Das Kunstrad, auch „Kunstfahrmaschine“ genannt, ist ein handgeschweißtes Personenrad. Es ist mit Spezialreifen ausgestattet, was eine sichere Bodenhaftung auf ebener Fläche, z. B. Hallenboden oder Holzparkett, garantiert.

Verkehrssicher bzw. straßentauglich ist ein solches Rad nicht, es würde durch Gebrauch auf Schotter oder Teer beschädigt. Die simple 1:1-Übersetzung garantiert, dass es auch ohne Pedalkontakt eben weiterfährt und Rückwärtsfahren ermöglicht ist.

Lenker und Sattel sind so beschaffen, dass man mit Gymnastikschläppchen auf ihnen stehen kann. Das heißt, dass die Lenkerholme abgerundet oder durch Griffe geschlossen sein müssen und der Sattel fabrikmäßig (mit einer Länge von maximal 300 mm und einer Breite von maximal 220 mm, und einer größten unbelasteten Durchbiegung von 60 mm) hergestellt sein muss.

Die Kurbeln müssen von Mitte Tretlager bis Mitte Pedalachse eine Länge von 130–170 mm haben. Des Weiteren gibt es Dornen, also Auftritte, die an den Laufrädern an der Achse beidseitig mit einer Maximallänge von 50 mm versehen sein können, die mehr Übungen im 1er- und 2er Kunstradfahren ermöglichen.

Die Sportbekleidung besteht neben den rutschfesten Gymnastikschläppchen in der Regel aus einer festen Gymnastikhose (Leggins) und einem Trikot. Im Mannschaftssport muss die Mannschaft einheitlich gekleidet sein. In allen Disziplinen muss vor Wettkampfsbeginn eine sportliche Präsentation erfolgen, eine Kürmusik ist erwünscht.