Die Geschichte des Fahrrads

Die Entwicklung des Fahrrades dauerte über viele Jahre. Von ca. 1820-1890 wurde getüftelt und verändert. Am Anfang war das Laufrad, dann das Velocipes ("Schnellfüße"), das Hochrad und zum Schluß das heutige Niederrad.

Namen wie Carl Freiherr von Drais Draisinen, Pierre und Ernest Michaux, William Thompson, Firmen Singer & Co sowie Hillmenn Herbert & Cooper, John Boyd Dunlop, Ernst Sachs usw. beschreiben die Entwicklung des Rades.

Anfangs wurden die „Laufräder“ angetrieben, in dem man sich mit den Füßen vom Boden abstieß. Danach kam das Velocipede, das heißt "Schnellfüße", welches mit Vorderantrieb mit Pedalen versehen war. Durch die Vergrößerung der Vorderräder entstanden hieraus nun die Hochräder, die jedoch durch die große Sturzgefahr, sowie die Unhandlichkeit bald vom Niederrad abgelöst wurden.

Man glaubt, dass das Rad etwa 4000 v. Chr. im vorderen Orient erfunden wurde (Holzscheiben). Manche sagen es sei die größte Einzelerfindung der Menschheit.  
     

Laufrad von Drais 1817

1817 erfand der badische Forstbeamte Freiherr Karl von Drais eine Laufmaschine, um längere Strecken schneller zurückzulegen. Nach dem Erfinder hießen die Laufmaschinen Draisinen. Hierbei waren die Beine vom Körpergewicht entlastet und der Schwerpunkt blieb bei ebener Strecke stets auf gleicher Höhe. Die Zeitungen meldeten: "Freiherr von Drais lief von Mannheim nach Schwetzingen in einer kleinen Stunde die Postkutsche braucht dafür vier Stunden." Die Draisine war fast ausschließlich aus Holz gefertigt. Der Geschwindigkeitsrekord lag bei ca. 15km/h

 
     

Vélocipèd 1861

Ab 1861 tauchten in Frankreich Räder mit einem Pedalantrieb beim Vorderrad auf. Zum Betrieb dieses Fahrrads brauchte man schon eine gewisse Geschicklichkeit, da die Beine während der Fahrt keinen Bodenkontakt hatten. Bei einer vollen Pedalumdrehung dreht sich das Vorderrad genau einmal.

 
     
Diese Räder nannte man auch "Knochenschüttler": Die Felgen der Räder waren noch nicht "luftbereift", so dass der Fahrer, der sich jetzt völlig auf dem Fahrrad befand, jede Erschütterung zu spüren bekam. Erst mit der Einführung der pneumatischen Reifen (1888 durch Dunlop) konnte der Fahrkomfort erhöht werden.  
     

Hochrad 1870

Um höhere Geschwindigkeiten zu erreichen, entwickelte man in England das Hochrad. Das Vorderrad hatte einen Durchmesser von bis zu 150cm, das Hinterrad verkümmerte. Der Betrieb dieses Rades erforderte noch mehr Geschick als das Fahren auf dem Vélocipèd. Am Hochrad Gleichgewicht zu halten war schwierig, beim Lenken berührte das drehbare Vorderrad die Schenkel des Fahrers. Stürze vom Hochrad waren sehr gefährlich.

 
     

Sicherheitsrad 1888

Im Jahr 1888 wurden die ersten Niederräder gebaut. Die Kraftübertragung erfolgte vom vorderen Zahnkranz mit einer Kette zum hinteren Zahnkranz. Seither hat sich die Grundform kaum verändert nur der Komfort wurde verbessert: luftgefüllte Gummireifen, Federung des Sattels, Freilauf (d.h. wenn sich das Hinterrad dreht muss sich der hintere Zahnkranz nicht mitdrehen), Rücktrittbremse und Gangschaltung kamen hinzu.